Rückblick auf die letzten Wochen...

26.03.2015
Wie angekündigt, möchten wir uns nochmal zu den Vorfällen rund ums Derby sowie zur aktuellen Situation zu Wort melden. Wir haben uns damit Zeit gelassen, da eine selbstkritische Nachbetrachtung nicht von heute auf morgen funktioniert und innerhalb der Fanszene sowohl kontroverse Diskussionen als auch kritische Gespräche bis heute miteinander geführt wurden und werden.

Bei der Nachbetrachtung der Geschehnisse in der Gästekurve vor, während und nach dem Spiel in Mönchengladbach muss ehrlich eingestanden werden, dass bei diesem Spiel einiges scheiße gelaufen ist! Nicht wenige Gruppen der Südkurve 1. FC Köln e. V. befürworten den Einsatz von Pyrotechnik, allerdings haben sich genau diese Gruppen auch auf die Fahne geschrieben auf die Kurve einzuwirken, um den Einsatz von Böller und Leuchtspuren einzudämmen. Dies wurde in Gladbach nicht geschafft. Wiederholt wurden selbst auferlegte Regeln im Umgang mit Pyrotechnik gebrochen. Nicht nur die Gruppen, sondern auch wir als Südkurve 1. FC Köln e. V. haben nach dem Spiel in Gladbach mehrere konstruktive und ehrliche Gespräche geführt. Alle Parteien sind zu dem Entschluss gekommen, dass entsprechende Bekenntnisse ohne Wenn und Aber nun endlich umgesetzt werden müssen! Die der Südkurve 1. FC Köln e.V. angeschlossenen Gruppen sind sich einig, dass ein gemeinsamer Weg in dieser Hinsicht unabdinglich ist. Wir werden in Zukunft geschlossener und entschlossener auftreten, da es so nicht weiter gehen kann. Aber auch andere Ereignisse im Rahmen des Derbys wurden von uns kritisch hinterfragt. Es wäre anmaßend an dieser Stelle zu behaupten, dass sich die Gruppen bei der Aufarbeitung des Spiels in allen Punkten einig waren. Doch in einem Punkt waren und sind wir uns auf jeden Fall einig: Der Platzsturm nach dem Spiel war völlig sinnfrei! Wohlwissend, dass dieser nicht geplant war, sondern aus der Emotion heraus entstanden ist, hätten wir trotzdem alle darauf verzichten können.

Einig sind wir uns auch, dass verschiedene Reaktionen der Vereinsführung des 1. FC Köln auf die Vorkommnisse nicht hingenommen werden können. Durch die Veröffentlichung von Nahaufnahmen des Gästeblocks wurden die dort abgebildeten FC-Fans symbolpolitisch als Mit- bzw. Straftäter gebrandmarkt. Mit dieser Maßnahme wurde stark in das Persönlichkeitsrecht jedes Einzelnen eingegriffen. Darüber hinaus stellt sich für uns die Frage, mit welchem Stellenwert der Dialog in der AG Fankultur geführt wird, wenn keine Möglichkeit zur gemeinsamen Aufarbeitung der Ereignisse besteht. Gegen 43 Personen einer vom FC bestimmten Gruppe, die teilweise nicht mal bei besagtem Spiel anwesend waren, wurden lokale Stadionverbote für Heimspiele ausgesprochen und ihre Dauerkarten für Heim- und Auswärtsspiele gesperrt. Das Wort „Kollektivstrafe“ ist im Duden als eine „Strafe, die allen zu einer bestimmten Gruppe gehörenden Personen auferlegt wird“ definiert. Viel kollektiver kann eine ausgesprochene Strafe also nicht sein, auch wenn von der Vereinsführung gegenwärtig etwas anderes behauptet wird! Dass in diesen Fällen die übliche Stadionverbotspraxis greift und wie so oft die Unschuldsvermutung mit der Begründung der Prävention ausgeschlossen wird, können wir genauso wenig nachvollziehen wie die Tatsache, dass sich einige Vereinsoffizielle immer noch durch aktuelle Vorgänge beirren lassen und somit hektisch handeln.

Trotz der Rückschläge wollen wir nicht resignieren! Gerade jetzt machen wir weiter und stehen für uns und unseren gemeinsam Weg ein. Hierbei werden wir uns auch nachhaltig dafür einsetzen, dass sich mit dem Umgang der Verbandsstrafen endlich etwas ändert! Gerade das jüngste Urteil des Sportgerichts haben wir kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen. Dieses greift extrem und mit einer nachhaltigen Härte von oben in die verbliebene Freiheit einer Fankurve ein, bestraft zu großen Teilen Unbeteiligte und provoziert weitere Spaltungen innerhalb der FC-Gemeinschaft.

Gerne stehen wir allen FC-Fans die Interesse haben mit uns in den persönlichen Dialog zu treten beim Südkurven Stammtisch am Donnerstag, den 02.04.2015, ab 19.00 Uhr im Raum des sozialpädagogischen Kölner Fanprojekts, Gereonswall 112, 50670 Köln, zur Verfügung.



21.02.2015
Die Vorfälle vom vergangenen Samstag werden aktuell aufgearbeitet. Auch wir als Südkurve 1. FC Köln sind uns bewusst, dass einiges nicht in geordneten Bahnen abgelaufen ist. Gleichzeitig lehnen wir das Verhalten einiger Vereinsverantwortlicher ab, welche auf die Situation mit Online-Pranger und Kollektivstrafen reagieren. Wir können daher, trotz der angespannten sportlichen Situation nicht einfach zum Tagesgeschäft übergehen. Teile der Südkurve werden dem heutigen Spiel gegen Hannover daher fern bleiben. Jedoch werden ab Toreöffnung im Umlauf hinter der Südkurve neben dem Fan-Projekt-Glaskasten einige Ansprechpartner anwesend sein, um Fragen zu beantworten. Weitere Informationen folgen.

Südkurve 1. FC Köln



1. FC Köln - "Spürbar anders"?

20.02.2015
An dieser Stelle möchten auch wir als Gruppe den Schritt an die Öffentlichkeit wagen und kurz Stellung beziehen.

Wir werden hier nicht näher auf die kritisch zu betrachtenden Vorfälle beim vergangenen Derby eingehen. Dies ist in den Boulevardmedien schon zu Genüge geschehen. Vielmehr möchten wir auf die in unseren Augen überzogene Reaktion unseres Vereins hinweisen.

Das Verhalten und die Kommunikationspolitik des 1. FC Köln und der zugehörigen GmbH & Co. KGaA ist in dieser Form nicht hinnehmbar. Dass der Verein alles in seiner Macht stehende in die Wege leitet, um vermeintliche Verbandsstrafen des DFB zu verringern, können wir nachvollziehen. Die Tatsache jedoch, dass eigene, vor der gesamten Mitgliedschaft, getätigte Aussagen derart ad absurdum geführt werden, hätten wir nicht für möglich gehalten.

Werner Spinner, Präsident des 1. FC Köln, teilte auf der Jahreshauptversammlung am 11.12.2012 mit: "Wir sind gegen Kollektivstrafen von Fanclubs und Ganzkörperkontrollen in Containern.". Auch im Rahmen der "AG-Fankultur" wurde stets betont, dass kollektive Bestrafungen beim 1. FC Köln der Vergangenheit angehören. Dass sich Zeiten und Meinungen ändern, ist uns nun bewusst.

Am Montag, den 16.02.2015, haben wir durch die auf der Homepage des 1. FC Köln veröffentlichte Pressemitteilung erfahren, dass wir ab sofort kein offizieller Fanclub mehr sind. Zudem sind wir ab sofort von der sogenannten "AG-Fankultur" ausgeschlossen. Darüber hinaus teilte der Verein weitere, noch zu prüfende, Maßnahmen mit: Entzug aller Dauerkarten für Heim- und Auswärtsspiele, Ausschluss aus dem Verein 1. FC Köln 01/07 e.V. sowie Verhängung eines lokalen, unbefristeten Stadionverbots. Von den Maßnahmen sollen alle Personen betroffen sein, die unserer Gruppe als Mitglied zugeordnet werden können.

Daraufhin suchten wir das Gespräch mit dem Verein, um über die angedachten Maßnahmen sprechen zu können und persönlich über das weitere Vorgehen informiert zu werden. Leider war dies nicht sonderlich konstruktiv und uns wurde mitgeteilt, dass noch im Laufe dieser Woche die lokalen Stadionverbote eintreffen werden. Dass bei diesem Gespräch jedoch weder Vorstand noch Geschäftsführung teilnahmen, zeigt uns, dass die Entscheidungen über die Maßnahmen bereits im Vorfeld getroffen wurden und zumindest auf dieser Ebene, trotz der Zustimmung zu einem Dialog, kein Interesse an einem direkten Austausch besteht.

Begründet werden die beschlossenen Maßnahmen durch die Vorfälle in Mönchengladbach, wo sich unter den festgenommenen Personen ein Mitglied der Boyz Köln befand. Besonders enttäuscht zeigt sich der Verein darüber, dass es sich bei dem Festgenommenen um eine Führungsperson unserer Gruppe handelt.

Uns stellt sich die Frage, ob es richtig ist eine Gruppe kollektiv aufgrund des Verhaltens Einzelner zu bestrafen. Die Hälfte der Mitglieder unserer Gruppe war in Mönchengladbach nachweislich überhaupt nicht im Stadion! Weiterhin stellt sich uns die Frage nach welchen Kriterien der Verein eine Person der Gruppe Boyz Köln zuordnet. Eine aktuelle Mitgliederliste liegt dem Verein nicht vor.

Nach dem Eintreffen der Stadionverbote zeigte sich, dass der Verein seine Zuordnung höchstwahrscheinlich auf der Grundlage einer circa fünf Jahre alten Mitgliederliste getroffen hat. So sind mehrere Personen von einem Stadionverbot betroffen, die unserer Gruppe seit mehreren Jahren nicht mehr angehören und sich auch nicht mehr in unserem Umfeld bewegen.

Wir sprechen uns eindeutig gegen eine gemeinschaftliche Bestrafung unserer Gruppe und generell gegen das Verhängen von Kollektivstrafen aus.

Wie es für uns als Gruppe in Folge dieser ausgesprochenen Verbote weitergeht, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen. Fest steht, dass wir uns nicht unterkriegen lassen.

Boyz Köln 2001
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